Das Jahr 2025 war ein entscheidendes Jahr für den italienischen Markt für Kurzzeitvermietungen. Neue Vorschriften, steigende Preise für Ferienunterkünfte und ein wachsendes Sicherheitsbewusstsein haben die Branche grundlegend verändert. Immobilieneigentümer, Touristen und lokale Behörden haben die Auswirkungen dieser Veränderungen gleichermaßen gespürt, und zwar von den pulsierenden Küstenorten bis hin zu den charmanten Alpendörfern.
Strengere Regeln und Vorschriften
Das Haushaltsgesetz 2026 hat umfassende Reformen für Kurzzeitvermietungen in Italien eingeführt, die sich auf die Besteuerung, die Einhaltung von Vorschriften und die Verantwortlichkeiten der Eigentümer auswirken. Nach einem wegweisenden Urteil des Kassationsgerichts sind die Kommunen nun befugt, örtliche Vorschriften in Bezug auf Genehmigungen, städtebauliche Beschränkungen und Gebietsschutz festzulegen. Die Identifizierung der Gäste ist nun obligatorisch. Die Nutzung von Schlüsseltresoren und Systemen zum Selbst-Check-in wird streng überwacht, um die Sicherheit und die öffentliche Ordnung zu gewährleisten. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, einen in den letzten Jahren rasant gewachsenen Markt zu regulieren und die touristische Nachfrage mit den Belangen der Anwohner in Einklang zu bringen.
Besteuerung und Marktauswirkungen
Die Besteuerung zählt zu den meist-diskutierten Themen. Die Einführung einer Pauschalsteuer von 26 % auf Kurzzeitvermietungen hat Bedenken hinsichtlich der Rentabilität aufgeworfen, sodass einige Eigentümer möglicherweise aus dem Tourismusmarkt aussteigen werden. Branchenverbände, darunter auch die AIGAB, warnen davor, dass sich höhere Steuern negativ auf Investitionen auswirken, das Angebot an Mietobjekten verringern und die Wettbewerbsfähigkeit Italiens als internationales Reiseziel schwächen könnten.
Inspektionen, Strafen und Proteste
Das Durchsetzen der Vorschriften war besonders in Kulturstädten wie Florenz sichtbar, wo die Behörden Hunderte von Bußgeldern an Eigentümer mehrerer Immobilien verhängten. Die Bekämpfung illegaler Vermietungen ohne ordnungsgemäße Identifikationsnummern (CIN) wird fortgesetzt. Auf symbolischer Ebene verdeutlichen Proteste gegen das Selbst-Check-in-System, wie etwa die Sabotage von Schlüsseltresoren durch die sogenannte „Robin Hood Gang“, soziale Spannungen und den Widerstand einiger Immobilieneigentümer.
Tourismuswachstum und internationale Veranstaltungen
Trotz verschärfter Regeln zieht Italien weiterhin Millionen von Besuchern an. Die anhaltende Attraktivität des Landes sorgt für eine starke Nachfrage nach Kurzzeitvermietungen, insbesondere in Städten, Küstenregionen und Bergregionen. Große internationale Veranstaltungen wie die Mailand-Cortina 2026 werden voraussichtlich die Mietpreise in den Gastgeberregionen in die Höhe treiben und damit neue Chancen für Immobilieneigentümer schaffen, gleichzeitig aber auch den Markt unter Druck setzen.
Preise für Ferienhäuser und saisonale Vermietungen
An den Küstenorten Mittel- und Norditaliens sind die Mietpreise deutlich gestiegen, was die hohe Nachfrage und das begrenzte Angebot widerspiegelt. Ligurien zeichnet sich durch hohe Mieten für mittelgroße Vermietungsobjekte aus, während exklusive Alpenresorts auch in der Wintersaison weiterhin Premium-Preise erzielen. Insgesamt sind sowohl Küsten- als auch Bergregionen bei in- und ausländischen Touristen gleichermaßen sehr begehrt.
Ökonomische Auswirkungen von Zweitwohnungen
Zweitwohnungen sind nach wie vor ein bedeutender Bestandteil in der italienischen Immobilienlandschaft. Kurzzeitvermietungen leisten durch Tourismusausgaben, Beschäftigung und Steuereinnahmen einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaft. Sie spielen zudem eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung lokaler Unternehmen und Gemeinden und unterstreichen damit ihre anhaltende Bedeutung für den italienischen Tourismussektor.
Variationen der Touristensteuer
Die Touristenabgaben variieren zwischen den italienischen Städten, wobei Bologna, Rom, Mailand und Neapel deutliche Erhöhungen verzeichnen. Diese Änderungen wirken sich direkt auf die Endkosten für Besucher aus und spiegeln sowohl lokale politische Entscheidungen als auch die steigenden Preise bei Kurzzeitmietunterkünften wider.