Artikel von Andrea Fortunato Toscano*
Der italienische Immobilienmarkt zieht immer mehr ausländische Käufer an. Dies ist das Ergebnis unserer Analyse der Wohnimmobilienverkäufe in fünf großen italienischen Städten: Rom, Mailand, Turin, Cagliari und Florenz – allesamt im Ausland bereits bekannte und geschätzte Ziele. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 hat sich die Zahl der an internationale Kunden verkauften Immobilien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum tatsächlich verdoppelt. Während im ersten Halbjahr 2024 noch 11,3 % der Gesamttransaktionen auf ausländische Käufer entfielen, stieg dieser Wert im Jahr 2025 auf 19,6 %, was einem Plus von 8,3 Prozentpunkten entspricht.
Dies ist ein klares Signal: Der italienische Immobilienmarkt wird zunehmend internationaler. Und die Gründe dafür sind leicht zu erkennen: Italien bietet eine hohe Lebensqualität, ein unvergleichliches künstlerisches und kulturelles Erbe und einen Lebensstil, der sich auf das persönliche Wohlbefinden konzentriert.
Darüber hinaus zeigt das wachsende Interesse ausländischer Käufer, dass sich der Trend nicht mehr nur auf das Luxussegment beschränkt, sondern auch das mittlere Marktsegment erfasst. Wer heute in Italien eine Immobilie kauft, tut dies oft mit der Absicht, dort zu leben – insbesondere in mittelgroßen bis großen Städten, die ein breites Spektrum an Dienstleistungen und bessere Arbeitsmöglichkeiten bieten.
Dieser Trend wird zudem durch gezielte Steueranreize für Ausländer unterstützt, die ihren Steuerwohnsitz nach Italien verlegen. Im Rahmen dieses Programms können Neubürger eine jährliche Pauschalsteuer von 200.000 Euro auf im Ausland erzielte Einkünfte zahlen, und zwar bis zu 15 Jahre lang ab dem ersten Jahr, ab dem diese Option gültig ist. Das macht den Umzug besonders für vermögende Privatpersonen attraktiv. Für internationale Käufer ist dies ein zusätzlicher Anreiz, Italien nicht nur als Investitionsstandort, sondern auch als langfristiges Zuhause in Betracht zu ziehen.
Der italienische Immobilienmarkt wird zunehmend internationaler. Die vielfältigen Kunden kommen überwiegend aus europäischen Ländern – doch auch die Nachfrage von außerhalb des Kontinents steigt. Im vergangenen Jahr haben wir mit Kunden aus EU- und Nicht-EU-Ländern zusammengearbeitet, darunter Frankreich, Österreich, Albanien, die Schweiz, die Ukraine, Großbritannien, die USA, Australien, Argentinien und Ägypten. Die Nachfrage ist weiterhin stark und zeigt keine Anzeichen einer Abschwächung.
Dies ist zweifellos eine Chance, die wir als Branchenexperten nutzen müssen. Das bedeutet, die Marktdynamik zu antizipieren, sich schnell anzupassen und mit Fachwissen und Weitsicht auf neue Anforderungen zu reagieren. In diesem Zusammenhang ist es unerlässlich, neue Fähigkeiten zu entwickeln, um stets aktuelle Dienstleistungen anbieten und die Erwartungen von Kunden aus aller Welt erfüllen zu können.
Unser Ziel muss es sein, für internationale Käufer zu einem vertrauenswürdigen Ansprechpartner zu werden. Wir begleiten sie bei jedem Schritt der Transaktion, die aufgrund spezifischer rechtlicher und steuerlicher Aspekte oft komplex ist, und geben ihnen das Vertrauen, dass sie in den Händen erfahrener Fachleute sind.
Um dies zu erreichen, ist die Verbesserung unserer Sprachkenntnisse entscheidend – nur so können wir klar kommunizieren, komplexe technische Konzepte erklären und die Erwartungen und Bedürfnisse unserer Kunden vollständig verstehen. Gleichzeitig ist es wichtig, mit einem Netzwerk spezialisierter Fachleute – Notare, Anwälte, Buchhalter – zu arbeiten, die für die Bearbeitung internationaler Fälle gerüstet sind.
Der Markt verändert sich – und damit müssen sich auch unsere beruflichen Kompetenzen weiterentwickeln. Wir sollten nicht zurückbleiben, sondern zeigen, dass wir in der Lage sind, Dienstleistungen und Lösungen anzubieten, die den wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen, die unsere Branche prägen, gerecht werden.
*Dies ist die Übersetzung eines italienischen Artikels von Andrea Fortunato Toscano. Andrea lebt seit 2003 in der Toskana und schloss 2006 sein Wirtschaftsstudium an der Universität Tor Vergata in Rom ab. Nach seiner Tätigkeit als Immobilienmakler in Mailand und als Verkaufsleiter in Verona wurde er 2011 zum National Area Manager ernannt. Seit 2020 ist er General Manager der Gruppo Toscano SpA und Geschäftsführer von Toscano SpA.