Burgen sind seit jeher von Geheimnissen umgeben und sie bergen faszinierende Geschichten, verborgene Legenden, Spuren längst vergangener Zeiten und Erzählungen von Adligen, Hofdamen und Rittern.
In ganz Italien, von Nord nach Süd, finden sich Schlösser, Festungen und Burgen, die jedes Jahr Tausende von Besuchern anziehen, die begierig darauf sind, ihre Geschichte zu entdecken und die Atmosphäre aufzusaugen, während sie durch prunkvolle Säle und stille Innenhöfe wandeln.
Erkunden Sie fünf italienischen Burgen, von denen einige berühmt und andere weniger bekannt sind – doch sie alle weisen eine bemerkenswerte Vergangenheit auf.
Ferrara und das Schloss Este
Wir schreiben das Jahr 1385. Die von Hungersnot gezeichnete Bevölkerung von Ferrara erhebt sich in einem gewaltsamen Aufstand gegen ihre Herrscher. Der Aufstand ist von solcher Tragweite, dass Nicolò II. d’Este, der Herrscher der Stadt, den Bau der großen Burg von San Michele anordnet, die heute als Symbol für die Macht der Familie d’Este und für Ferrara selbst steht.
Ferrara wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, und bei einem Besuch der Burg können Sie sich von zwei außergewöhnlichen Reiseführern begleiten lassen: Lucrezia Borgia und Ludovico Ariosto. Natürlich nicht persönlich, sondern im Rahmen von theatralischen Führungen, die von professionellen Schauspielern in historischen Kostümen geleitet werden.
Entdecken Sie die Schlüsselfiguren, welche die Geschichte der Burg geprägt haben, und die Geheimnisse, Hofintrigen und zeitlosen Legenden.
Rom: Die Engelsburg und ihre Geheimnisse
Die Engelsburg (Castel Sant'Angelo) wurde im Jahr 123 n. Chr. auf Wunsch von Kaiser Hadrian erbaut und ist auch als Hadriansmausoleum bekannt.
Die Geschichte des Bauwerks ist eng mit der Stadt Rom verbunden. Es wurde ursprünglich als Grabmal errichtet und später zu einer begehrten Festung für mächtige römische Familien, die nach der Herrschaft über Rom strebten, bis Papst Bonifatius V. die Schlüssel erhielt. Von diesem Moment an war das Schicksal der Burg an die Päpste gebunden, die sie in Zeiten der Gefahr oft als Zuflucht nutzten.
Im Rahmen der Initiative „Die geheimnisvolle Burg“ können Besucher einige der mysteriösen Bereiche der Engelsburg erkunden. Sie können die Gefängnisse, den Passetto (den erhöhten Verbindungsgang zwischen Brug und Vatikan) und das prunkvolle Badezimmer von Clemens VII. besichtigen.
Beim Gang von Raum zu Raum entfalten sich fast 2000 Jahre Geschichte in einem der wenigen Gebäude aus der Römerzeit, die bis heute unversehrt erhalten geblieben sind.
Verona und Castelvecchio
In der Stadt von Romeo und Julia ist ein Besuch des wichtigsten Militärdenkmals der Scaliger-Herrschaft, dem Castelvecchio, ein absolutes Muss. Es wurde im 14. Jahrhundert von der Familie Della Scala erbaut, die eine Festung wünschte, in der sie sich vor Volksaufständen und feindlichen Belagerungen schützen konnte.
Es entspricht genau dem Bild, das man sich von einer mittelalterlichen Burg vorstellt: Türme, dicke Mauern, ein vom Fluss Etsch gespeister Burggraben, Zugbrücken und eine majestätische, befestigte Brücke, geschützt von einem Bergfried. Im Laufe der Jahrhunderte war dieses imposante Bauwerk Zeuge vieler Ereignisse, welche die Geschichte Veronas und Italiens prägten.
Heute beherbergt die Burg das Museum Castelvecchio, das in den 1950er-Jahren restauriert wurde. Im Inneren befinden sich Werke von Pisanello, Veronese, Tintoretto, Mantegna und anderen großen Künstlern – allesamt innerhalb der Mauern, die noch immer eine ausgeprägt mittelalterliche Atmosphäre bewahren.
Spoleto und die Rocca Albornoziana
Weniger bekannt, doch ebenso faszinierend, ist die majestätische Rocca Albornoziana, die auf einem Hügel in der wunderschönen Stadt Spoleto thront. Zwischen 1363 und 1367 gab Papst Innozenz VI. den Bau dieser imposanten Festung in Auftrag und übertrug die Aufgabe dem spanischen Kardinal Egidio Albornoz, nach dem sie benannt ist.
Dies waren die Jahre, in denen der päpstliche Sitz nach über 70 Jahren in Avignon wieder in Rom errichtet wurde. Der Papst ordnete daher den Bau eines Gebäudes an, das sowohl als solide Festung als auch als elegante Residenz dienen und hochrangige Gäste beherbergen sollte.
Bis ins 16. Jahrhundert spielte die Rocca eine zentrale Rolle und empfing Päpste, Statthalter, Adlige und sogar Lucrezia Borgia, die dort mehrmals residierte. Später, zwischen 1817 und 1892, nach einer Phase des Bedeutungsverlusts, wurde die Festung in ein Gefängnis umgewandelt.
Zu den besten Möglichkeiten, um die Anlage zu erkunden, zählt der „Giro della Rocca“, ein etwa ein Kilometer langer Rundweg, der um den Park und die Festung führt und es Ihnen ermöglicht, das Panorama zu genießen.
Die Burg von Caccamo und ihre Legenden
Caccamo ist eine mittelalterliche Stadt in der Provinz Palermo und beherbergt eine der größten und am besten erhaltenen Festungen Siziliens. Sie befindet sich hoch oben auf einem Felsvorsprung, überblickt die Landschaft und dominiert die umliegende Gegend.
Um dorthin zu gelangen, steigt man eine Steintreppe hinauf und fühlt sich unweigerlich ins Mittelalter zurückversetzt, wenn man sich die vielen Ritter vorstellt, die einst denselben Weg beschritten haben. Die Burg wurde ursprünglich als Verteidigungsfestung erbaut und später in eine prunkvolle Residenz für sizilianische Adlige und Herrscherfamilien umgewandelt.
Der Überlieferung nach können Besucher sogar dem Geist von Matteo Bonello begegnen, einem der ersten Besitzer der Burg. Der Legende nach wandert sein Geist noch immer durch die Hallen seines ehemaligen Zuhauses, wo er von einem seiner Feinde, bekannt als Wilhelm der Böse, brutal ermordet wurde.
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