Venedig unternimmt einen weiteren Schritt in seinem einzigartigen Kampf gegen den übermäßigen Touristenansturm. In diesem heißen Sommer wurden neue Regeln für Reisende eingeführt, welche die berühmte norditalienische Stadt besuchen. Die neuen Bestimmungen, die vom 1. bis 31. August gelten, beschränken organisierte Gruppen auf maximal 25 Personen und verbieten das Verwenden von Lautsprechern, auch durch Reiseführer.
Es ist Schluss mit den Touristenmassen, die sich hinter einem Reiseführer auf dem Markusplatz drängen. Die maximale Anzahl von Touristen pro Gruppe darf 25 Personen nicht überschreiten. Dies ist in der neuen, von der städtischen Tourismusabteilung erlassenen Verordnung festgelegt.
Die neuen Regeln legen außerdem fest, dass Reiseleiter keine Lautsprecher verwenden dürfen, und dass Audioguides bei Gruppen mit mehr als 10 Personen obligatorisch sind. Aber das ist noch nicht alles: Es wurde zudem bestimmt, dass Reisegruppen nicht an Orten, wie Brücken oder Zufahrtsstraßen anhalten dürfen, um den Fußgängerverkehr nicht zu behindern.
„Diese Maßnahmen wurden eingeführt, um die touristische Nutzung der Stadt besser mit den Bedürfnissen der hier lebenden Menschen in Einklang zu bringen“, sagt Simone Venturini, Tourismuskommissarin von Venedig. „Der Stadtrat ist bestrebt, die Qualität des Gruppentourismus in Venedig zu verbessern und den Stress zu reduzieren, der durch einen übermäßigen Fußgängerstrom in bestimmten Stadtgebieten entsteht und die Lebensqualität der Anwohner und Arbeitnehmer beeinträchtigt“, fügt Venturini hinzu.
Im April letzten Jahres hat die Stadtverwaltung mit der Einführung einer Eintrittsgebühr für den Besuch der Stadt eine einzigartige und einmalige Maßnahme ergriffen. Zwischen dem 24. April und dem 14. Juli konnten 2,2 Millionen Euro eingenommen werden, was alle Erwartungen übertraf.
In diesem Zeitraum zahlten 437.814 Touristen die Gebühr und mehr als 1,3 Millionen Besucher übernachteten in Venedig. Für Bürgermeister Luigi Brugnaro war die Initiative „ein Erfolg“ und man sei bereit, sie zu wiederholen. Dabei sei geplant, den Preis für Last-Minute-Bucher von 5 auf 10 Euro zu verdoppeln.


