Stellen Sie sich eine Insel vor, die nur wenige Ruderschläge vom Strand entfernt liegt, mit Wasser, das von Türkis zu Blau wechselt, und einer „Geisterstadt“, die sich auf ihrem Gipfel erhebt.
Die Isola di Dino vor Praia a Mare gehört zu den überraschendsten Sehenswürdigkeiten des kalabrischen Tyrrhenischen Meeres: dunkle Klippen, lichtdurchflutete Höhlen und ein Meeresboden, der wie eine Landkarte wirkt.
Wo liegt die Isola di Dino und warum ist sie so besonders?
Die Isola di Dino erhebt sich im Golf von Policastro an der nördlichen Küste Kalabriens, genauer gesagt an der tyrrhenischen Küste, nur wenige hundert Meter vom Festlandstrand entfernt. Ihre Silhouette ist ein unverwechselbares Merkmal der Landschaft, wobei der Torre di Fiuzzi und das Capo Arena als ständige Orientierungspunkte entlang dieses Küstenabschnitts dienen.
Mit einer Fläche von rund 50 Hektar ist Dino die größte der kalabrischen Inseln. Ihr höchster Punkt ragt mehr als 100 Meter über dem Meeresspiegel und bildet ein Plateau, das von steilen Klippen umschlossen wird, die stellenweise mehr als 80 Meter tief ins Meer abfallen. Die Küste ist größtenteils von dunklen Felswänden und schmalen Buchten geprägt, die Wind und Wasser über Jahrhunderte geformt haben.
Obwohl Dino unbewohnt ist, ist sie alles andere als leblos. Zugvögel und Greifvögel machen hier regelmäßig Rast, während kleine Nagetiere und Reptilien durch die dichte mediterrane Macchia streifen. Zur Vegetation gehören Mastixsträucher, Zistrosen und Ginster sowie ungewöhnlichere Arten wie die Zwergpalme, die Felsen-Nelke und die seltene Palinuro-Primel.
Der Name „Dino“ birgt ein ganz eigenes Geheimnis. Eine Theorie führt ihn auf eine antike, der Venus geweihte Kultstätte zurück und leitet ihn möglicherweise vom griechischen Begriff „aedina“ ab, aus dem sich später Dino entwickelte. Eine andere Interpretation führt den Namen auf das griechische Wort „Dina“ zurück, was Sturm bedeutet und sich auf das Meer bezieht, das hier ohne Vorwarnung rau und gewaltig sein kann.
Höhlen und Meeresböden: Eine lohnenswerte Reise mit einer Bootstour
Am eindrucksvollsten lässt sich die Isola di Dino vom Boot aus erleben, indem man die Insel auf Meereshöhe umrundet. Die Kalksteinklippen bilden in ein Mosaik aus Höhlen, Bögen und engen Tunneln, deren Formen sich mit dem Licht und den Gezeiten subtil verändern.
Das Highlight ist die Blaue Grotte: ein riesiger natürlicher Tunnel, durch dessen Eingang Sonnenlicht strömt und das Innere mit schimmernden, fast metallischen Reflexionen erfüllt.
Die Haupthöhlen
Es ist hilfreich, die wichtigsten Höhlen zu kennen, bevor man sie betritt, da jede ihren eigenen Charakter hat.
- Grotta del Monaco: geschätzt für ihre starken Kontraste, mit Abschnitten, wo das Wasser mit zunehmender Tiefe von einem trüben, milchigen Blau in ein dunkleres Grün übergeht.
- Sardinenhöhle: An klaren Tagen sind unter der Wasseroberfläche Seesterne und Details des Meeresbodens sichtbar.
- Wasserfallhöhle: erkennbar an ihrem rosafarbenen Gestein, den Stalaktiten und dem stetigen Geräusch von Wasser, das von oben tropft, wie Regen im Inneren der Höhle.
- Löwenhöhle: benannt nach einer hervorstehenden Felsformation, die einem großen, auf der Seite liegenden Löwen ähnelt.
Wie Sie dorthin gelangen und Ihre Reise organisieren
Am einfachsten erreicht man den Ort vom Hauptstrand in Praia a Mare aus, wo man ein Tretboot, ein Kajak oder ein kleines Motorboot mieten und in Richtung der Seite fahren kann, die dem Torre di Fiuzzi zugewandt ist.
An ruhigen Tagen ist die Überfahrt selbst schon ein Erlebnis: der gleichmäßige Rhythmus des Wassers am Rumpf, die Klarheit des Meeres unter einem und die wechselnden Türkis- und Tiefblautöne, wenn man sich den Klippen nähert.
Bootsausflüge: die beliebteste Reiseroute
Die Ausflüge starten oft am Lido di San Nicola in der Gegend von Marinella, fahren weiter in Richtung des Naturhafens von San Nicola Arcella, passieren den Crawford Tower und machen sich dann auf den Weg zu Dino, um dort die Höhlen zu besichtigen.
Auf der Rückfahrt machen viele Boote am Strand von Enea Halt, der nur auf dem Seeweg oder über Fußwege entlang der Landzunge erreichbar ist. Gleich dahinter liegt die Lagune von Arcomagno, einer der meistfotografierten Küstenabschnitte der Region, wo ein imposanter Felsbogen eine kleine, geschützte Bucht einrahmt.
Wann sollte man reisen und was sollte man planen?
Das Klima an der Riviera dei Cedri ist fast das ganze Jahr über mild. Um die Insel von ihrer schönsten Seite zu erleben, empfiehlt sich ein Besuch im späten Frühling, Sommer oder frühen Herbst, wenn das Meer ruhiger ist und das Licht die Farben in den Höhlen besonders gut zur Geltung bringt.
- Juni und September bieten im Allgemeinen die richtige Balance zwischen Wassertemperaturen, geringem Besucherandrang und entspannteren Besuchszeiten.
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