Für den Trevi-Brunnen in Rom, einem der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt, wird nun eine Eintrittsgebühr von 2 Euro für Touristen und Nichtansässige erhoben, was umgehend Kontroversen auslöste. Die Financial Times bezeichnete dies als „physische und psychologische Barriere zwischen der Stadt Rom und einem ihrer beliebtesten Denkmäler“.
Die Historikerin und Kolumnistin Alex von Tunzelmann hebt den Kontrast zur Filmgeschichte hervor: 1960 planschte Anita Ekberg in „La Dolce Vita“ im Brunnen. „In 2026“, schreibt sie, „hätte sie anstehen und 2 Euro bezahlen müssen, um in die Nähe zu kommen. Wahrscheinlich hätte man auch für das Kätzchen extra verlangt.“
Die Gebühr ist Teil eines Plans der Stadt Rom, die Besucherströme zu entlasten, das Besuchererlebnis zu verbessern und den Brunnen instand zu halten. Es dürfen sich jeweils nur 400 Personen dem Brunnen nähern, Einwohner Roms haben weiterhin freien Eintritt. Nach 22 Uhr ist der Zutritt zum Brunnen für alle Besucher uneingeschränkt.
Von Tunzelmann weist außerdem darauf hin, dass der freie Zugang zu weltberühmten Sehenswürdigkeiten immer seltener wird. Einige bemerkenswerte Beispiele hierfür sind:
- Pantheon in Rom – 5 Euro
- Tagespreis für Besucher in Venedig – 5 Euro (doppelter Preis bei kurzfristiger Buchung)
- Sagrada Família in Barcelona – 26 Euro
- St. Paul's Cathedral in London – 27 Pfund
„Diese physischen und psychischen Barrieren verändern die Beziehung zur Stadt und ihren Denkmälern“, schreibt sie.
Der Trevi-Brunnen ist ein Symbol für die Kultur und Geschichte Roms und heute Teil einer globalen Debatte über den kostenpflichtigen Zugang zu Sehenswürdigkeiten – ein Balanceakt zwischen Denkmalschutz und öffentlicher Zugänglichkeit, Tradition und modernem Tourismus.