Es kommt nicht alle Tage vor, dass eine bedeutende Finanz- und Modehauptstadt zur fußgängerfreundlichsten Stadt Europas gekürt wird, doch genau das hat eine aktuelle Studie ergeben. An diesem Ort konzentrieren sich prominente Sehenswürdigkeiten auf engstem Raum und Kunst, Architektur und Alltag sind so bequem miteinander verbunden.
Die fußgängerfreundlichste Stadt Europas
Laut einer Studie von Radical Storage teilen sich Mailand und Porto den Spitzenplatz als Europas fußgängerfreundlichste Städte mit jeweils 9,9 von 10 Punkten.
Das Gepäckaufbewahrungsunternehmen ermittelte die durchschnittliche Entfernung zwischen den fünf beliebtesten Sehenswürdigkeiten jeder Stadt und schätzte die Gehzeit, die Schrittzahl sowie den Höhenunterschied entlang der Strecke.
Athen, Kopenhagen und Antwerpen folgten dicht dahinter, zusammen mit der norditalienischen Stadt Bergamo, was einiges darüber aussagt, wie Städte in diesem Teil des Landes tendenziell strukturiert sind.
Wann ist eine Stadt fußgängerfreundlich?
Fußgängerfreundlichkeit bedeutet nicht nur schöne Straßen. In der Stadtplanung geht es meist um einige praktische Aspekte:
- kompaktes historisches Zentrum
- hohe Dichte an Sehenswürdigkeiten und Annehmlichkeiten
- kaum Höhenunterschiede
- Fußgängerzonen und Verkehrsbeschränkungen
- verfügbare und zuverlässige öffentliche Verkehrsmittel
Warum ist Mailand bei Fußgängerfreundlichkeit auf Platz 1?
Im Falle Mailands dauert die gesamte Strecke zu Fuß nur 34 Minuten, der gesamte Höhenunterschied beträgt 11 Meter.
Das historische Zentrum ist dicht, weitgehend flach und um fußgängerfreundliche Straßen herum angelegt, wobei innerhalb der Zone C erhebliche Autobeschränkungen gelten.
Die 34-minütige Route umfasst fünf Stopps:
- Il Cenacolo mit Leonardo da Vincis „Das letzte Abendmahl“
- Castello Sforzesco – die Festung aus dem 14. Jahrhundert, die das Renaissance-Herz der Stadt bildet
- Duomo di Milano – eine riesige gotische Kathedrale, die das Zentrum Mailands dominiert
- Galleria Vittorio Emanuele II – die gläserne Arkade aus dem 19. Jahrhundert
- I Navigli – das Kanalviertel, das Mailands historisches Zentrum mit dem zeitgenössischen gesellschaftlichen Leben verbindet
Man sollte bedenken, dass sich das Ranking von Radical Storage auf die bekanntesten Sehenswürdigkeiten konzentriert und nicht auf jedes einzelne Wohngebiet.
Fußgängerfreundlichkeit und Lebensqualität in Norditalien
Die Städte Norditaliens dominieren beständig die Diskussionen um Lebensqualität und belegen regelmäßig Spitzenplätze in den Ranglisten der besten Wohnorte.
Effiziente Dienstleistungen und kurze Pendelzeiten tragen maßgeblich zur hohen Lebensqualität in Norditalien bei. Es ist kein Zufall, dass die Stadt auch in umfassenderen Studien zum Wohlbefinden Erwähnung findet, darunter in Berichten zur glücklichsten Stadt Italiens, wo sie weltweit auf Platz 25 rangiert.
Leben in Mailand als Ausländer
Für alle, die einen Umzug nach Mailand in Betracht ziehen, ist die fußgängerfreundliche Umgebung kein leeres Versprechen. Wer im oder in der Nähe des Zentrums wohnt, braucht unter Umständen gar kein Auto. Das ist eine erhebliche Ersparnis in einer Stadt, in der Parkplätze rar sind und Benzin teuer ist.
Stadtteile wie Brera und Porta Venezia sind bei internationalen Bewohnern beliebt. Sie liegen zentral, sind gut angebunden und bieten kurze Wege zu wichtigen Sehenswürdigkeiten. Navigli zieht ein jüngeres Publikum und Kreative an, unter anderem wegen seines lebendigen Nachtlebens und der Nähe zum Stadtzentrum.
Mailands wirtschaftliche Bedeutung innerhalb Italiens wirkt sich auch positiv auf die Qualität der Infrastruktur aus. Es ist zwar nicht die reichste Stadt Europas, aber Italiens Finanzhauptstadt. Diese Wirtschaftskraft bildet die Grundlage für Investitionen in den Verkehrssektor und die städtische Instandhaltung, was wiederum die Fußgängerfreundlichkeit der Stadt fördert.
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