Entdecken Sie die Kirche des Heiligen Herzens Jesu.
Entdecken Sie den kleinen Mailänder Dom im Herzen Roms
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Die Madonnina gibt es hier zwar nicht, aber wenn Sie in Rom sind und sich ein bisschen wie in Mailand fühlen möchten, dann sollten Sie der Herz-Jesu-Kirche einen Besuch abstatten: ein Miniatur-Dom mit einer Außenfassade voller Fialen, der sich direkt am Lungotevere befindet.

Das kleine neugotische Juwel scheint nur zufällig entstanden zu sein, denn es steht in der Nähe des „Palazzaccio“, der aus Travertin im Umbertinischen Stil gebaut wurde. Die Kirche befindet sich nur einen Katzensprung von den mittelalterlichen und renaissancezeitlichen Straßen entfernt, die für den Prunk der Päpste in der Nähe der Tiberbiegung angelegt wurden. Beim Passieren kommt man nicht umhin, über den architektonischen Widerspruch zu allem, was sie umgibt, zu staunen. Gerade wegen dieses kleinen und unerwarteten neugotischen Bauwerks ist diese Kirche für alle einfach „der kleine Dom“.

Der kleine Mailänder Dom im Herzen Roms
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„Ein sehr interessantes Bauwerk: Ich glaube, sie wurde absichtlich deplatziert, ein bisschen wie bei der Freiheitsstatue an der Seine in Paris“, sagt der Schriftsteller Fulvio Abbate, der diese Kirche nicht zufällig in seinen „Nonkonformistischen Stadtführer“ aufgenommen hat. „Ich habe sie gerade wegen dieser architektonischen Besonderheit, oder sagen wir als Divertissement, erwähnt, die den Passanten dazu bringt, sich plötzlich vor einem solchen Bauwerk inmitten einer umbertinischen Umgebung wiederzufinden.“

Der kleine Mailänder Dom im Herzen Roms
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Sie scheint schon immer da gewesen zu sein, wie all die Gebäude, die um sie herum entstanden sind (der Petersdom zum Beispiel ist nicht einmal einen Kilometer entfernt), und doch wurde sie erst 1908 nach einem Entwurf des Ingenieurs Giuseppe Gualandi (der für eben jenen neugotischen Ansatz seiner Gebäude bekannt ist) gebaut. Die Kirche wurde 1917 fertiggestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der kleine Mailänder Dom im Herzen Roms
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„Wenn man vorbeikommt, taucht sie plötzlich auf, und es ist gar nicht so einfach, stehen zu bleiben und sie zu betrachten (da viele Autos nur wenige Meter aus einer belebten Unterführung herausfahren, Anm. d. Red.). Als das Bauwerk errichtet wurde, verfügte Rom über Fußgängerzonen, aber heutzutage ist es mit den Autos wirklich schwierig, stehen zu bleiben, und oft bleibt man mit seiner Neugierde zurück.

Abbate zufolge hat die Kirche, die heute im Wesentlichen als Pfarrkirche fungiert („denn in dieser Stadt beansprucht jeder Block seine eigene Pfarrei, als eine Art religiöser Glockenturm“), auch etwas Fellini-artiges an sich: „Die Eröffnungsszene des Films 8 ½ des berühmten Regisseurs aus Rimini, in der Marcello Mastroianni das Gefühl hat zu ersticken, wurde direkt in der Unterführung vor der Kirche gedreht.

In dieser Gegend scheint einen alles zum Staunen zu bringen: Man erhascht einen Blick auf die Turmspitzen der Kirche „und ein Stück weiter trifft man auf den Palazzaccio, der mit seinen Pilastern und gebrochenen Säulen Ehrfurcht einflößt“, bemerkt Abbate.

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Wenn Kirchen das Tor zum Paradies sind, dann bildet diese hier eine Ausnahme: In einem Raum direkt neben der Sakristei befindet sich das kleine Museum der Seelen im Fegefeuer. Es handelt sich um ein öffentlich zugängliches Archiv mit Zeugnissen, welche die Erscheinungen der Verstorbenen im Jenseits dokumentieren.

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Der kleine Dom wird nicht zuletzt deshalb besucht, weil im Inneren der neugotische Stil beibehalten wurde, wie er durch die Türme und die neunzehn Heiligenstatuen zum Ausdruck kommt, welche die Außenfassade in den Himmel erheben. Die wunderschöne Pfeifenorgel befindet sich an der Gegenfassade. Bewundernswert sind außerdem die drei hohen Kirchenschiffe mit den feierlichen Säulen, die Kreuz- und Spitzbögen sowie die Rosetten- und Buntglasfenster, die ein ruhiges, ehrfürchtiges Licht in den Innenraum lassen.

Ein bisschen wie in Mailand. Nur dass man beim Verlassen nicht den Domplatz und die Galleria Umberto I im Stil der Neorenaissance sieht, sondern den Tiber, der einen ruhig und bedächtig grüßt.

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Außendetails
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Außenansicht – Tevere
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Innere
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Museum
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Das Kirchenschiff
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