Vereinfachung im italienischen Steuerrecht: Neuerungen bei IMU, TASI & Co.

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Neuerungen im italienischen Steuerrecht / Gtres
23 Mai 2019, Redaktion

Der Gesetzentwurf von M5S und Lega, das so genannte „Vereinfachungspaket“ (pacchetto semplificazioni), hat von der Abgeordnetenkammer des italienischen Parlaments grünes Licht erhalten und wird nun an den Senat weitergeleitet. Hier fassen wir die wichtigsten Änderungen im italienischen Steuerrecht für Sie zusammen: Was sind die neuen Fristen für die Zahlung der Grundsteuer IMU und der Servicesteuer (TASI)? Welche Folgen haben die Neuerungen für die Abgeltungssteuer auf Mieteinnahmen (cedolare secca)?

Das italienische Steuerrecht wurde mit dem Ziel vereinfacht, den bürokratischen Aufwand für die Steuerzahler so weit wie möglich zu reduzieren. Der Gesetzentwurf enthält etwa 30 Artikel, die die Grundsätze des Statuts der Steuerzahler betreffen. Zu den Vorschlägen, die sich ausschließlich auf finanzielle Aspekte beziehen, gehören:

  • Einführung eines jährlichen Kostenrechners
  • Verlängerung der Frist für die Zahlung der Einkommensteuer und regionalen Wertschöpfungssteuer IRAP vom 31. Oktober auf den 30. November
  • Ausgleichsverpflichtung für das Finanzamt: Erst nach Abschaffung von bestehenden Anforderungen können neue Anforderungen eingeführt werden.
  • Vereinfachung der Modelle für die synthetischen Indizes der steuerlichen Zuverlässigkeit: Die bereits im deklarativen Modell angegebenen Daten dürfen nicht übertragen werden.
  • Rabatte von 25% der Kosten, wenn drei Viertel der gekauften Produkte aus recycelten Abfällen bestehen.
  • Erstattung der Kommunalsteuer für diejenigen, die geschlossene Geschäfte in Städten mit weniger als 20.000 Einwohnern wiedereröffnen.
  • Ab 2020 muss das Finanzamt vor Beginn eines Einzugsverfahrens den Steuerzahler dazu auffordern, Einspruch einzulegen.
  • Bei der formalen Überprüfung von Steuererklärungen kann das Finanzamt nicht Zertifikate und Dokumente vom Steuerzahler einfordern, die dem Steuerregister schon vorliegen (und z. B. bereits von Banken, Apotheken oder Versicherungsgesellschaften bestätigt wurden).
  • Frist von 15 Tagen für die Ausstellung elektronischer Rechnungen
  • Abschaffung einer der vier periodischen Umsatzsteuererklärungen: Die Umsatzsteuer des 4. Quartals kann in der Jahresumsatzsteuererklärung am Ende des Jahres aufgeführt werden.
  • Unternehmen, die mit der Zahlung ihrer Steuern auf dem Laufenden sind, werden die Anträge zur Erteilung von Genehmigungen und Vergünstigungen erleichtert.

Neue Fristen für IMU und TASI

Momentan muss die italienische Grundsteuer IMU und die Servicesteuer TASI bis zum 30. Juni des Folgejahres eingereicht werden, in dem ein Eigentümerwechsel der Immobilie zu einer Verminderung der Bemessungsgrundlage geführt hat. Der Gesetzentwurf der neuen italienischen Regierung sieht eine Verlängerung dieser Frist bis zum 31. Dezember vor.

Erweiterung der Abgeltungssteuer auf Mieteinnahmen (cedolare secca)

Eine wichtige Änderung im italienischen Steuerrecht betrifft die Aufhebung der Meldepflicht bei einer Verlängerung der Inanspruchnahme der Abgeltungssteuer auf Mieteinnahmen. Bisher musste der Vermieter dies melden. Dies soll nun abgeschafft werden. Selbst wenn die verspätete Mitteilung nicht zum Erlöschen der Vergünstigung führt, wird eine Strafe in Höhe von 50 Euro für Verspätungen von mehr als 30 Tagen oder 100 Euro für Verspätungen von mehr als 30 Tagen festgelegt.

Steuern auf nicht vereinnahmte Mieten

Ab 2020 müssen Vermieter, deren Mieter nicht zahlen, nicht mehr auf den Räumungsbescheid warten, um die Freistellung der Mieteinnahmen von der Steuer beantragen zu können. Eine weitere Neuerung auf dem Immobilienmarkt betrifft die Abschaffung der Servicesteuer TASI ab 2022 für Bauunternehmen, die ihre Immobilien nicht verkauft oder vermietet haben.

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