Zwangsvollstreckung in Italien: Nur 30% der Immobilien wechseln den Besitzer

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Der Großteil der gepfändeten Immobilien in Italien wird nicht zwangsversteigert / Gtres
27 Juni 2019, Redaktion

Im Jahr 2018 wurden Zwangsvollstreckungen in Italien schneller durchgeführt; der Großteil der Verfahren endete jedoch ohne eine Eigentumsübertragung. Dies geht aus dem in Rom vorgelegten Bericht Report T6 hervor.

Nach den neuesten Daten verringert sich die Zeit, in der die italienischen Gerichte das Zwangsvollstreckungsverfahren abwickeln. Waren es 2017 noch 5 Jahre, sank der Durchschnitt 2018 auf 4,21 Jahre.

Darüber hinaus wurden im Jahr 2018 49.622 Zwangsvollstreckungsverfahren registriert, während es 2017 noch 60.238 waren, was einem Rückgang von 17,62% entspricht. Die Produktivität der Gerichte nimmt weiter zu, so dass die Zahl der abgeschlossenen Verfahren um 26% höher liegt als die Anzahl der neu aufgenommenen Fälle. Im Vorjahr lag diese Quote noch bei 11%.

Das Gericht Napoli Nord in Neapel ist das schnellste Gericht Italiens (das jedoch erst 2013 seine Tätigkeit aufgenommen hat) und schloss seine Verfahren in durchschnittlich 1,81 Jahren ab; ihm folgt Triest und Bozen mit durchschnittlich 2,5 Jahren.

Es laufen jedoch noch viele weitere Verfahren, insgesamt etwa 240.000, von denen 14% älter als 10 Jahre sind. Besonders einige Regionen im Süden Italien weisen lange Verfahrensdauern auf, was kurzfristig nur schwer zu ändern ist.

Die einzelnen Schritte der Vollstreckungsverfahren sind ebenfalls unterschiedlich lang. Die Eröffnung ist in Como (408 Tage) und Gorizia (327) besonders lang, während sie in Triest durchschnittlich nur etwa 216 Tage dauert. Das Versteigerungsverfahren dauert hier jedoch 312 Tage, während in Neapel dafür nur 187 Tage anfallen.

Die Abschließende Übertragung verläuft in Bozen (121 Tage) am langsamsten, gefolgt von Gorizia (115 Tage), Neapel (101 Tage), Triest (99 Tage) und Como (92 Tage).

Der diesjährige Bericht steht noch aus, aber idealista/news entnimmt aus den vorliegenden Daten, dass die Vollstreckungsverfahren in Italien effektiver geworden sind. Nach Angaben des Berichts von 2017 (der auf der Website der Associazione T6 eingesehen werden kann) befanden sich durchschnittlich 49% der registrierten Verfahren (282.206 von insgesamt 585.829) in der letzten Phase der Vollstreckung, wobei diese Prozentsätze von Gericht zu Gericht unterschiedlich sind. Die fünf Gerichte, die den höchsten Anteil an abgeschlossenen Verfahren im Vergleich zum Rest des Landes aufwiesen, waren Bozen (73% aller Verfahren wurden abgeschlossen), Ferrara (73%), Triest (72%), Genua (70%) und Savona (69%). Tempio Pausania hingegen war das Gericht mit den wenigsten abgeschlossenen Verfahren im Jahr 2018, nur 23%.

Außerdem muss unterschieden werden, aus welchem Grund die Verfahren abgeschlossen wurden: Wurde die Immobilie zwangsversteigert oder gab es andere Gründe? Die Studie aus dem Jahr 2017 zeigt, dass nur etwa 29,8% der Verfahren mit einer Zwangsversteigerung enden. Die übrigen 69,6% wurden aus anderen Gründen beendet.

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